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Technik, Natur und Gesundheit

PKV für Forstbeamtinnen und Forstbeamte

Revierleitung, Forstamt, Landesforstbetrieb: Wer im Wald verbeamtet ist, hängt vom Land ab. Dazu Zecken, Unfälle und Dienstunfähigkeit im Blick.

Symbolfoto: Forst

Forstbeamtinnen und Forstbeamte leiten Reviere und Forstämter, betreuen Staats- und Körperschaftswald und beraten private Waldbesitzende. Ein großer Teil der Arbeit findet draußen statt – bei der Auszeichnung von Beständen, der Überwachung der Holzernte, bei Pflanzungen und Jagd.

Ob Sie dabei Beamtin oder Angestellter sind, hängt stark vom Land ab. Viele Länder bewirtschaften ihren Staatswald über eigene Forstbetriebe, etwa als Anstalt des öffentlichen Rechts wie in Bayern oder als Landesbetrieb wie in Hessen. Für die Krankenversicherung ist der Status die erste Frage; erst danach geht es um Beihilfe und Tarif.

Auf einen Blick

  • Die Bayerischen Staatsforsten dürfen keine neuen Beamtenverhältnisse begründen.
  • In Niedersachsen führt neben dem Anwärterdienst ein Traineeprogramm im Tarifvertrag in den Försterberuf.
  • Verbeamtete Förster erhalten Beihilfe nach Landesrecht; die PKV ergänzt sie.
  • Zeckenstich mit Borreliose im Dienst: als Dienstunfall anerkennbar, wenn Tag und Ort feststehen.
  • Dienstunfälle bei der Waldarbeit zahlt vorrangig die Unfallfürsorge – Meldung binnen zwei Jahren.

Wer im Wald verbeamtet ist

In Bayern bewirtschaftet die Bayerische Staatsforsten, eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Regensburg, den Staatswald. Sie besitzt zwar die Dienstherrnfähigkeit für die übergeleiteten Beamten, darf aber keine neuen Beamtenverhältnisse begründen (Art. 19 StFoG). Neue Forstbeamte stellt in Bayern die staatliche Forstverwaltung mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein, die unter anderem private Waldbesitzende berät.

Hessen bewirtschaftet den Staatswald über den Landesbetrieb HessenForst mit 39 Forstämtern. Für den gehobenen Forstdienst absolvieren jährlich rund 50 Nachwuchskräfte ein Anwärterjahr als Forstoberinspektoranwärterin oder -anwärter, für den höheren Forstdienst rund zehn ein einjähriges Referendariat mit Großer Forstlicher Staatsprüfung.

Die Niedersächsischen Landesforsten mit 24 Forstämtern bieten zwei Wege: einen 18-monatigen Anwärterdienst mit Laufbahnprüfung und ein 24-monatiges Traineeprogramm, das im Tarifvertrag der Länder beginnt. Wer als Trainee einsteigt, ist Angestellter und damit grundsätzlich gesetzlich versichert, solange das Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Beihilfe und PKV für Forstbeamte

Verbeamtete Försterinnen und Förster erhalten Beihilfe nach dem Recht ihres Landes; in Bayern etwa 50 %, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 %, Ehe- und Lebenspartner 70 %, Kinder 80 % (Art. 96 BayBG). Die private Krankenversicherung deckt den Rest.

Anwärterinnen und Anwärter sind von Beginn an beihilfeberechtigt und können die Öffnungsaktion der PKV nutzen: Antrag binnen sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses, keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse, Risikozuschlag höchstens 30 %. Weil der Vorbereitungsdienst im Forst kurz ist – in Hessen ein Jahr, in Niedersachsen 18 Monate –, sollte die Umstellung vom Anwärter- in den regulären Beihilfetarif früh geplant sein; mehr dazu unter PKV für Beamtenanwärter.

Wer zunächst angestellt war und später verbeamtet wird, wird in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei. Die Kasse führt die Mitgliedschaft freiwillig fort, wenn Sie nicht binnen zwei Wochen nach ihrem Hinweis austreten und eine andere Absicherung nachweisen (§ 188 Abs. 4 SGB V). Auch dann gilt die Öffnungsaktion, sofern Sie noch nie privat vollversichert waren.

Zecken, Wildtiere und Dienstunfall

Zecken gehören im Forst zum Berufsalltag. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2010 einen Zeckenbiss mit anschließender Borreliose als Dienstunfall anerkannt; entscheidend war, dass sich Ort und Tag des Bisses bestimmen ließen (Urteil vom 25. Februar 2010, 2 C 81.08). Notieren Sie deshalb jeden Zeckenstich mit Datum und Ort und melden Sie ihn so, wie Ihr Dienstherr es vorsieht.

Daneben können Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, als Berufskrankheit gelten (Nr. 3102 der Berufskrankheiten-Verordnung). Für Beamte steht eine solche Erkrankung einem Dienstunfall gleich, wenn der Dienst sie der Gefahr dieser Krankheit besonders aussetzt (für den Bund § 31 Abs. 3 BeamtVG; die Länder regeln das entsprechend).

Unfälle bei der Holzernte, im Gelände oder auf dienstlichen Wegen sind Dienstunfälle. Die Heilbehandlung trägt dann die Unfallfürsorge des Dienstherrn, die PKV leistet nur nachrangig (§ 5 Abs. 3 MB/KK). Die Meldung muss innerhalb einer Ausschlussfrist von zwei Jahren beim Dienstvorgesetzten eingehen (§ 45 BeamtVG); in Nordrhein-Westfalen etwa ist die Dienstunfallfürsorge dann alleinige Erstattungsstelle.

Dienstunfähigkeit im Forstdienst

Der Revierdienst verlangt körperliche Belastbarkeit. Eine besondere Forstdienstunfähigkeit, wie sie die Polizei kennt, gibt es nicht; maßgeblich ist die allgemeine Dienstunfähigkeit nach § 26 BeamtStG. Wer anderweitig verwendbar ist – etwa im Innendienst eines Forstamts –, wird nicht in den Ruhestand versetzt.

In den ersten fünf Dienstjahren gibt es ein Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit grundsätzlich nur, wenn sie auf eine Dienstbeschädigung zurückgeht; in Bayern regelt das Art. 11 BayBeamtVG. Wer früh im Revier anfängt, sollte diese Lücke kennen – mehr dazu unter Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte. Beamtenberatung24 berät Forstbeamte telefonisch in allen 16 Ländern zu Beihilfe und PKV.

Typische Ämter und Laufbahnen

AmtLaufbahnTypische Aufgaben
Forstoberinspektoranwärterin / Forstoberinspektoranwärtergehobener Dienst (Vorbereitungsdienst)in Hessen ein Anwärterjahr an der Seite einer Revierleitung
Forstinspektorin / Forstinspektorgehobener DienstInspektorenamt mit Zusatz „Forst-“, z. B. in Bayern; Revieraufgaben
Forstoberinspektorin / Forstoberinspektorgehobener Dienstin Hessen erstes Amt nach dem Anwärterjahr; Revierleitung
Forstamtfrau / Forstamtmanngehobener DienstRevierleitung, Funktionsstellen im Forstamt
Forstamtsrätin / Forstamtsratgehobener Diensterfahrene Revierleitung, Sachgebiete
Forstreferendarin / Forstreferendarhöherer Dienst (Vorbereitungsdienst)in Hessen ein Jahr, Abschluss Große Forstliche Staatsprüfung
Forsträtin / Forstrathöherer DienstRatsamt mit Zusatz „Forst-“; Forstamt, Betriebsleitung, Forsteinrichtung
Forstdirektorin / Forstdirektorhöherer DienstLeitungsaufgaben, etwa die Leitung eines Forstamts

Die Bezeichnungen der Laufbahnen unterscheiden sich je nach Bund und Land.

Häufige Fragen

Bin ich als Revierleiter bei einem Landesforstbetrieb automatisch Beamter?

Nein. Das hängt vom Land und vom Einstiegsweg ab. Die Bayerischen Staatsforsten dürfen keine neuen Beamtenverhältnisse begründen, in Niedersachsen beginnt das Traineeprogramm im Tarifvertrag, in Hessen bildet der Landesbetrieb Anwärter aus. Entscheidend ist, ob Sie eine Ernennungsurkunde oder einen Arbeitsvertrag erhalten haben.

Gilt ein Zeckenstich als Dienstunfall?

Er kann als Dienstunfall anerkannt werden, wenn sich Tag und Ort des Stichs bestimmen lassen und er im Dienst geschah; das hat das Bundesverwaltungsgericht 2010 für eine Borreliose entschieden. Dokumentieren Sie jeden Stich und melden Sie eine Erkrankung rechtzeitig beim Dienstvorgesetzten.

Ich wechsle vom Trainee-Arbeitsvertrag in ein Beamtenverhältnis. Was passiert mit meiner Krankenversicherung?

Mit der Ernennung werden Sie versicherungsfrei. Treten Sie innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Kasse aus und weisen Sie eine private Absicherung nach, endet die gesetzliche Versicherung. Für die PKV gilt die Öffnungsaktion, wenn der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Ernennung beim Versicherer eingeht.

Wer zahlt nach einem Unfall bei der Waldarbeit oder der Jagd?

Geschieht der Unfall in Ausübung des Dienstes, ist er ein Dienstunfall, und die Unfallfürsorge übernimmt das Heilverfahren. Gehört die Jagd zu Ihren Dienstaufgaben, gilt das auch dort; eine private Jagd ist Privatsache, dann zahlen Beihilfe und PKV.

Brauche ich als Försterin eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Das hängt von Alter, Dienstzeit und Familie ab. In den ersten fünf Jahren besteht ein Anspruch auf Ruhegehalt nur bei Dienstunfähigkeit infolge einer Dienstbeschädigung; danach richtet sich die Versorgung nach der erreichten Dienstzeit und fällt in jungen Jahren meist niedrig aus. Wie groß die Lücke ist, lässt sich aus Besoldung und Dienstzeit berechnen.

Quellen und Stand

Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Vorschriften.